Altersdemenz bei Haustieren
Dr. Romi Roth

Wie wir Menschen tendieren auch tierische Familienmitglieder dazu, im Alter nicht nur Verschleißerscheinungen und andere Probleme am Bewegungsapparat (Arthrosen) und den Sinnesorganen (Taubheit, Augenkrankheiten) zu haben. Auch das Gehirn kann Krankheitssymptome produzieren. Vor kurzem ergab eine Studie an der Universität Edinburgh, dass jede zweite Katze , die älter als fünfzehn Jahre ist, Verhaltensstörungen zeigt. Für Hunde ist schon länger bekannt, dass etwa ab dem siebten Lebensjahr bei einem bis zwei Drittel der Tiere Anzeichen von Altersdemenz auftreten. Die Tierärzte sprechen auch von Hund- oder Katzen-Alzheimer oder von „Kognitivem Dysfunktionssyndrom“. Bis jetzt ist – wie bei ähnlichen Krankheitsbildern in der Humanmedizin – unklar, warum im Hirngewebe erkrankter Tiere auf einmal in großem Ausmaß ein Alterspigment (Lipofuszin) oder Eiweiße (Beta-Amyloide) in Form von flachen Schichtstrukturen abgelagert werden. Genetische Veranlagung, Nahrungsbestandteile, aber auch der Mangel geistiger Aktivität – vor allem bei allein gehaltenen Katzen und Hunden, die nur selten nach draußen kommen – gelten als eine mögliche Ursache der Altersdemenz.

Die häufigsten tierischen Demenzsymptome werden in fünf Komplexe aufgeteilt:

  • Die erkrankten Tiere sind desorientiert, sie finden sich in ihrem gewohnten Umfeld nicht mehr zurecht.
  • Altersdemente Hunde und Katzen legen Verhaltensänderungen an den Tag, was vor allem bei Kleinkindern zu Problemen führen kann.
  • Die erkrankten Tiere haben einen veränderten Rhythmus von Schlaf- und Wachphasen.
  • Sie geben veränderte Lautäußerungen (das so genannte „geistlose Miauen“ der alten Katzen) – häufig auch lauter als gewohnt – von sich.
  • Die Demenzpatienten wirken allgemein recht traurig oder sogar depressiv.

Gerade mit älteren Tieren sollte zur Vorbeugung solcher Krankheiten viel gespielt werden. Genügend Auslauf und angepasstes Futter gehören ebenfalls zur Altershygiene. Vor allem bei dementen Hunden wird gegenwärtig mit Erfolg auch medikamentös (etwa mit Selegelin und Propentofyllin) dem geistigen Verfall entgegen gesteuert. Auf jeden Fall muss bei einer Altersdemenz des Haustieres eng mit dem Tierarzt zusammengearbeitet werden, und sei es nur, um gemeinsam mit ihm den Augenblick zu definieren, an dem die reduzierte Lebensqualität des Tieres dazu führt, über eine Euthanasie nachzudenken.

 

 

 

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